in der Welt

 

 

Was ist Welt? Viele unterscheiden zwischen weltlich und geistig und wollen damit den Unterschied zwischen einer materiellen oder einer intellektuellen oder einer spirituellen Ausrichtung kennzeichnen.

Im Tao Te King nennt man Welt die zehntausend Dinge. Man könnte auch sagen: Alles, was ist. Die Existenz. Insofern ist die materielle, intellektuelle oder spirituelle Ausrichtung auch einfach nur Welt, da sie existiert oder zumindest als Vorstellung zu existieren scheint.

Woher weiß man, dass die zehntausend Dinge existieren? Wir nehmen sie wahr. Also könnte man sagen: Die Welt ist, was wir wahrnehmen. Die Welt ist ein Objekt unserer Wahrnehmung. Und man könnte weiter sagen: Ohne Wahrnehmung kein Objekt unserer Wahrnehmung, also keine Welt.

Wahrnehmbar heißt unterscheidbar, d.h. wir vergleichen Dinge miteinander bezüglich ihrer Größe, ihrer Farbe, ihres Geschmacks, ihres Geruchs und so weiter. Das bedeutet immer ein Komperativ im Sinne von differenzierter als, wärmer als, älter als und so fort. Dieser Vergleich zwischen zwei Dingen führt also immer zur Feststellung von Polaritäten, so dass man in aller Kürze sagen kann: Welt ist Polarität.

Die zehntausend Dinge existieren also innerhalb der Polarität und wir scheinen mitten unter ihnen zu sein. Der Satz von Jesus: "Von der Welt ..." ist leicht miss zu verstehen. Man könnte meinen, es handle sich hier vielleicht um einen Hinweis darauf, dass Weltflucht nicht der richtige Weg sei. Aber können wir überhaupt der Welt entfliehen? Natürlich nicht. Jeder Ort, zu dem wir fliehen könnten, ist wieder Welt. Der Hinweis in dem Satz von Jesus kann eigentlich nur zur Erkenntnis dessen führen, was schon längst der Fall ist. Ergänzen könnte man: "Wenn du von der Welt bist, dann bist du Welt." So gesehen sind wir nichts anderes als eines der zehntausend Dinge oder noch genauer: Wir sind die zehntausend Dinge. Wohin könnten wir als Welt wohl fliehen?

Ich komme noch einmal zur Ausgangsfrage zurück: Was ist Welt? Die Antwort war: Alles, was ist. Also: Der Himmel und die Erde, die Pflanzen und die Tiere und natürlich die Menschen, aber auch die Gedanken, Vorstellungen, Konzepte und Träume, die Gefühle und Stimmungen, kurz alles, was in irgendeiner Weise vergleich- und beschreibbar ist. Alles dies sind wir, und es gibt hieraus kein Entrinnen. Wir sind die Welt.


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