nicht von der Welt

 

 

Während der erste Teil der Aussage von Jesus zwar miss zu verstehen ist, aber dennoch relativ einfach dargestellt werden kann, eben weil es sich um darstellbare Welt handelt, ist der zweite Teil nicht nur wieder miss zu verstehen, sondern im Grunde gar nicht darstellbar. Es handelt sich ja hier auch um etwas, was nur als negativer Begriff benannt werden konnte: Nicht von der Welt.

Bevor hier nun jemand nach einem Himmelreich jenseits der Wolken oder nach Jenseitskontakten oder Außerirdischen Ausschau hält, was ja wiederum auch nur unterscheidbare Dinge wären, also Objekte der Wahrnehmung, also Welt, muss gesagt werden, dass jede positive Aussage über dieses "Nicht von der Welt" falsch sein muss, weil es sich dabei eben um ein Nicht-Ding bzw. engl. no-thing handelt - allerdings wäre die Übersetzung des englischen Wortes in "Nichts" wiederum keineswegs zutreffend.

 

 

Vorhin sagte ich: "Ohne Wahrnehmung kein Objekt der Wahrnehmung, also keine Welt." In diesem Satz ist das, was nicht von der Welt ist, bereits enthalten. Voraussetzung für die Existenz der Welt ist Wahrnehmung, ist Bewusstsein. Wir alle sind so auf die zehntausend Dinge fixiert, dass wir uns dessen, was sich dieser Dinge bewusst ist, nicht bewusst sind. Was ist sich all der unzähligen Dinge bewusst? Wo ist das, was alles im weitesten Sinne "sieht". Hier kann es nicht um eine intellektuelle Antwort gehen. Hier kann nur ganz praktisch gesucht werden: Wer ist der "Seher" und wo ist er?  

Wenn ich den Seher wörtlich nehme, sage ich jetzt vielleicht: Ich sehe mit meinen Augen. Aber schon in diesem Satz wird ersichtlich, dass nicht meine Augen sehen, sondern dass ich mit meinen Augen sehe. Aber selbst wenn ich davon ausginge, dass meine Augen sehen könnten, könnten sie eines nicht: Sie können sich selbst nicht sehen.

 

Ähnlich kann auch ich, der Seher, mich, den Seher nicht sehen, wenn auch aus einem ganz anderen Grund. Der Seher ist, wie schon gesagt, kein Ding, kein Objekt, das wahrnehmbar wäre. Der Seher ist das Subjekt. Ich kann den Seher nicht sehen, weil ich der Seher bin. Und weil der Seher nicht zu sehen ist, wird er von den meisten Menschen schlichtweg "übersehen", d.h. er wird einfach vergessen. Er taucht einfach nicht im Bewusstsein der meisten Menschen auf.

Vorhin sagte ich: "Wir sind Welt." Nun sage ich: "Wir sind der Seher." Vorhin sagte ich: "Wir sind Objekte." Nun sage ich: "Wir sind das Subjekt."


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